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Mein Ein Prozent


Meine Arbeit dreht sich um Menschenrechte und soziale Brennpunkte, vor allem Afrika, dem Kontinent dem ich mich hauptsächlich widme, dessen Situation ich besonders intensiv verfolge, und von dem ich mich inspirieren lasse. Insbesondere widme ich mich dem Thema Immigration. In einem Zeitalter, in dem Immigration von den meisten europäischen Ländern weitgehend als Problem betrachtet wird, versuche ich die Hintergründe klar und objektiv darzustellen, indem ich vor allem aus der Perspektive der betroffenen Menschen berichte. Unsere westliche Welt trägt zu einem großen Teil Verantwortung für die Entstehung der starken Flüchtlingsströme aus Afrika in Richtung Europa. Völkerwanderungen und Begegnungen von verschiedensten Kulturen haben schon immer die Geschichte der Menschheit geprägt und sind seit jeher der Ausgangspunkt für neue Allianzen und für Wachstum. Wir können nur lernen, dieses Phänomen zu verstehen, zu akzeptieren und in die richtige Richtung  zu lenken. Im Jahr 2017 habe ich die Chance gehabt, in Winsen-Luhe mit Flüchtlingen aus dem Sudan und Südsudan zu arbeiten und die Geschichten ihrer Flucht aus Libyen über das Mittelmeer näher kennenzulernen.  Eine Flucht die erst in Richtung Italien ging, dann nach Nordeuropa – dorthin, wo ihnen der Traum einer besseren Zukunft winkte. Ich habe diese Menschen portraitiert und versucht, ihr tiefstes Innere nach Außen zu bringen. Ihre Erzählungen, all das Leid, das sie mir und meinem Team mitteilten,  haben beim Fotografieren meine Hand und meine Augen gelenkt. Unter all diesen Schicksalen hat mich eins besonders berührt: das von Hossam, verfolgter politischer Aktivist aus dem Sudan und Rechts anwalt. Er hatte Unterschlupf in Libyen gefunden doch schon 2011 musste er die Flucht ergreifen, infolge von Krieg und Bombardierungen. Hossam sagte mir: “Ich wusste, dass die Mittelmeer-Überfahrt extrem riskant ist, dass sie schnell zur Todesfalle werden kann. Aber ich hatte eine 1%ige Chance es zu schaffen, und das war mein 1%, das was mich von einem Tod in Libyen oder auf See und einem Leben in Europa trennte. Ich habe es geschafft, aber viele andere sind gestorben.